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Gewaltfreie Kommunikation nach M. Rosenberg

Was ist eigentlich "Gewaltfreie Kommunikation"?

 

Ende 2017 bin ich mit der GFK in Kontakt gekommen. Zunächst dachte ich: "Das brauche ich nicht - ich spüre weder Gewalt oder Wut in irgendeiner Form!"

Und: "Natürlich bin ich gewaltfrei!"

 

Tatsächlich ist sie eines der hilfreichsten Konzepte, die ich kennengelernt habe und die ich in meiner Beratungsarbeit vermehrt einsetzen möchte. Dabei kann man im Grunde Niemanden mit Hilfe er GFK "beraten", sondern nur die Idee und Inhalte verdeutlichen, damit diese in dem oft konfliktbehafteten Alltag umsetzen werden können.

 

Die Idee, die hinter der GFK steht, hört sich simpel an - leider täuscht dies. Es ist schwer - aber lohnend! Sowohl für das eigene psychische Wohlbefinden als auch für den Umgang mit anderen Menschen. In den folgenden Abschnitten möchte ich versuchen, die Idee, die hinter der GFK steckt, abschnittsweise ein Stück näher zu bringen. Wollen Sie gerne "live" mehr erfahren, schauen Sie links unter den Link "Seminare und Fortbildungen".

 

Wolf und Giraffe

 

M. Rosenberg hat diese beiden Tiere gewählt, um zu verdeutlichen, wie wir handeln. Dabei steht die Giraffe als Landtier mit dem größten Herz für eine Sprache im Sinne der Gewaltfreien Kommunikation und der Wolf idafür, wie Kommunikation (oft) alltäglich passiert!

Am Besten lässt sich dies an einem Beispiel verdeutlichen:

 

Situation: Person A hat Teller in der Spüle gestapelt. Person B äußert ihr Missfallen über diesen Sachverhalt.

 

In der Wolfssprache sähe das so aus:

Person B: "Schon wieder stehen die Teller in der Spüle - kriegst du es nicht hin, sie in die Spülmaschine einzuräumen?!"

 

Oft drücken wir unseren Ärger so (oder in subtileren Äußerungen) aus.

Was passiert, liegt auf der Hand: Es kann...

 

a) ...Gegenwehr erzeugen, z.B. so:

Person A (sagt): "Was willst du von mir? Ich hatte Stress heute morgen! Außerdem fliegen von dir auch immer Sachen hier herum!"  (Das wäre der "Wolf" in uns, der hier spricht...)

 

b) ...inneren Rückzug erzeugen, z.B. so:

Person A (denkt): Stimmt, ich hab es schon wieder nicht hinbekommen, die Teller wegzuräumen. Nichts gelingt mir.

Achtung: In Fall b) ist auch der Wolf am Werk - nur ist er nicht gegen jemand Anderen gerichtet, sondern gegen sich selbst!

 

Wie ist es Anders möglich? Sozusagen in der Giraffensprache zu sprechen?

 

Person B: "Ich sehe die Teller in der Spüle stehen. Ich fühle mich verärgert, weil mir Ordnung wichtig ist!"

(Im Anschluss könnte Person B eine Bitte formulieren, die davon abhängig ist, was er für ein Mensch ist; es igibt mehrer Möglichkeiten für eine Bitte, die nur individuell gestellt werden kann).

 

Wichtig: Es geht nicht in erster Linie darum, Lösungen zu finden oder in einer bestimmten Art und Weise zu sprechen, sondern einen Zugang zu seinen Mitmenschen (und zu sich selbst!) zu finden.

Oder anders gesagt:

 

Worte in der Giraffensprache zu finden, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ich von meinem Gegenüber gehört werde - ohne Gegenwehr oder Rückzug zu erzeugen!

 

Wie funktioniert die Giraffensprache?

Um so zu kommunizieren (im Sinne einer Eröffnung eines Möglichkeitsspielraums) hat M. Rosenberg die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation entworfen. Jetzt kommt der Teil, von dem ich erwähnt habe "er sei simpel" - aber in der Umsetzung so schwer...oder sagen wir: Es ist viel Übung und Selbstkenntnis notwendig.

 

Zunächst die vier Schritte:

1. Beobachtung

2. Gefühl

3. Bedürfnis

4. Bitte

 

In unserem Beispiel wäre dies:

 

1. Beobachtung (ohne Bewertung!):

Ich sehe, dass die Teller in der Spüle stehen.

 

2.Gefühl (ohne ein Urteil..)

Ich fühle mich veärgert, traurig... etc.

 

3. Bedürfnis

Ich brauche Ordnung/Sauberkeit...

 

4. Bitte

Würdest du das nächste Mal darauf achten, dass...

(Eine Bitte ist keine Forderung! D.h. ein "nein" sollte auch akzeptiert werden!)

 

Das hört sich doch ganz einfach ein...wo liegen dann die Schwierigkeiten?

Man kann sich leicht vorstellen, dass eine lapidare Situation wie "Teller in der Spüle" vergleichsweise einfach zu handhaben

 

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